Drohnen-Führerschein
Mit Profi-Wissen zum Drohnenführerschein

Für was brauche ich den Drohnenführerschein?

Die umfassenden gesetzlichen Regelungen zum Betrieb von Drohnen (siehe "Drohnen Gesetz") dienen nicht nur der Sicherheit, sondern auch der Regelung von Haftungsfragen im Fall, wenn was schief geht. Vor diesem Hintergrund sollte man schon eine genauere Vorstellung davon haben, auf was man sich beim Kopter-Fliegen einlässt.

Die gesetzlichen Regelungen, die es zu beachten gilt, sind vielfältig und komplex und können je nach Landesluftfahrtbehörde variieren, zum Beispiel in der Frage, wo und ab welchem Startgewicht ein Kenntnisnachweis benötigt wird. So heißt es beispielsweise beim Luftamt Bremen, dass man selbst für den Gebrauch einer AV oder AE einen Kenntnisnachweis benötigt - und zwar unabhängig vom Gewicht des Kopters. Mit leicht zu merkenden Faustregeln wie "Kenntnisnachweis grundsätzlich erst ab 2 kg Startmasse" kann man also auch mal daneben liegen.

Fazit: Der Erwerb des Kenntnisnachweis ist jedem zu empfehlen, der nicht ausschließlich im eigenen Garten oder auf Modellflugplätzen fliegt.

Wer gewerblich als Luftbildfotograf tätig ist, wird um den Erwerb des Kenntnisnachweises gar nicht herum kommen.

Hätten Sie's gewusst? Das allseits beliebte Veröffentlichen von Luftbildern auf facebook oder youtube kann bereits - formal rechtlich betrachtet - den "Sport und Freizeitzweck" brechen. facebook beansprucht bis dato die Nutzung der geposteten IP-Inhalte (IP = intellectual property). Diese werden damit unter Umständen einer gewerblichen Nutzung zugeführt. Vor diesem Hintergrund könnte sich der "Hobby"-Filmemacher ungewollt auf der gleichen Stufe wiederfinden, wie der gewerbliche Fotograf oder die Filmproduktionsfirma. Mit allen rechtlichen Konsequenzen für den Luftbildfotografen.

Im Folgenden einige Auszüge aus den einschlägigen Gesetzen und Vorschriften mit Anmerkungen dazu:

§ 25 Luftverkehrsgesetz (LuftVG)

(1) Luftfahrzeuge dürfen außerhalb der für sie genehmigten Flugplätze nur starten und landen, wenn der Grundstückseigentümer oder sonst Berechtigte zugestimmt und die Luftfahrtbehörde eine Erlaubnis erteilt hat. ...

(zitiert nach: https://www.gesetze-im-internet.de)


Paragraph 25 des Luftverkehrsgesetzes bedeutet praktisch: Man darf im Grunde nicht mal auf Feldern und Wiesen starten, ohne die Eigentümer oder Pächter derselben zuvor gefragt zu haben. Innerorts ist für die  öffentlichen Flächen das Ordnungsamt (KVR oder Bürgeramt) zuständig. Erfahrungsgemäß aber stoßen Anfragen von Kopterfliegern auf wenig Begeisterung bei den städtischen Ämtern; Beispiel München, Zitat Ordnungsamt sinngemäß: "Suchen Sie sich doch lieber ein Privatgrundstück und holen Sie eine Erlaubnis vom Eigentümer ein ..." 

Der Hintergrund: Bei der Nutzung der Verkehrsflächen und Grünanlagen liegt eine Sondernutzung vor, wenn man diese als "Start- & Lande-Platz" nutzen möchte, siehe "münchen.de": "Eine Sondernutzung liegt vor, wenn öffentlicher Straßengrund über den Gemeingebrauch (Gehen, Fahren, Parken) hinaus genutzt wird. Eine solche Sondernutzung bedarf nach Art. 18 Abs. 1 des Bayerischen Straßen- und Wegegesetzes (BayStrWG) der Erlaubnis und darf erst nach Erteilung der Erlaubnis ausgeübt werden." (zitiert nach: https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Kreisverwaltungsreferat/Verkehr/Verkehrsanordnung/Strassensondernutzung.html, Hervorhebungen durch den Verfasser)

Selbst wenn man dann die Genehmigung zur Sondernutzung erhalten hat, gilt es selbstverständlich noch darauf zu achten, dass andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Rollstuhlfahrer, Mütter mit Kinderwagen oder radfahrende Kinder keinen Schaden nehmen. Die für den jeweiligen Einzelfall anzuwendenden Maßnahmen zur Gefahrenabwehr werden in der Genehmigung standortbezogen in den Auflagen mitgeteilt.

Wenn man innerorts Filmaufnahmen tätigen möchte und mehr als nur eine Handkamera oder Schulterkamera verwendet und keine aktuelle Nachrichten-Berichterstattung umsetzt, benötigt man zusätzlich eine Drehgenehmigung (Beispiel hier Drehgenehmigungsantrag münchen.de).

Abschließend eine Empfehlung des Luftamts Bremen:
"Für Flugmodelle, die zu Sport- und Freizeitzwecken genutzt werden,
empfiehlt die Luftfahrtbehörde grundsätzlich die Nutzung von geeigneten Flugmodellgeländen."

(zitiert nach http://service.bremen.de/de/dienststelle/detail.php?template=20_search_d&search%5Bsend%5D=true&lang=de&search%5Bvt%5D=drohne)

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Disclaimer: Auch wenn hier Gesetzestexte zitiert und erläutert werden, handelt es sich nicht um eine Rechtsberatung. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Rechtsberatung für Kopter-Flieger kann beispielsweise über den Bundesverband Copterpiloten e.V. vermittelt werden.